EN | DE

WILDE TIERE UNSRER HEIMAT

Nicht-begehbare Installation | Juli 2020 | Festival der freien Szene Sachsen | Parkour: Weiter zeigen! | HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste | Dresden

Mit: Laura Immler, Hannes Köpke, Jasmina Rezig, Olivia Rosendorfer, Konstantin Sieghart, Julius Zimmermann

Wilde Tiere unsrer Heimat setzt sich mit dem Aufleben des (in den letzten Jahren wieder viel bemühten) Heimatbegriffs in der Romantik auseinander.

Die Industrialisierungen des 19. Jahrhunderts deutete allzu klar eine Umwälzung der gesellschaftlichen Ordnung an, in der die Rolle des Menschen unsicher schien. Also wurden (in der Mode, der Philosophie, der Kunst, im Alltag) Vergangenheiten ländlicher Idylle heraufbeschworen, die es so nie gegeben hatte. Menschen, die sich von der Großstadt entwurzelt, von Maschinen abgelöst, oder von sich emanzipierenden Frauen in die Ecke gedrängt fühlten, besonnen sich auf vermeintlich ursprüngliche Ausdrucksformen, suchten in ihnen Sicherheit und Stabilität.

Ausgangspunkt für die Ausstellung ist ein Raum, den wir aus der Arbeit Wo die schönen Trompeten blasen übernommen haben. Diese Musiktheaterinstallation fand 2019 im gesamten Gebäude des LOFFT Theater (Leipzig) statt und lud das Lied Abendlich schon rauscht der Wald der Leipziger Komponistin Fanny Hensel mit verschiedenen Bildern auf, die zwischen Gemütlichkeit und Entfremdung, zwischen Gemeinschaft, Brutalität und Ausgrenzung, zwischen Glaubwürdigkeit und offen liegender Konstruktion verschiedene Qualitäten des Begriffes „Heimat“ sinnlich verdichteten.